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Freitag, 24. September 2010

Vergängliche Schönheit

Faltencremes, Botox, Schönheits-Operationen – die Liste der „Schönmacher“ ist schier unendlich, wenn es nach der Werbung und den Hochglanzmagazinen geht. Sie diktieren, wie eine Frau heutzutage auszusehen hat. Bloß keine Fältchen! Unreine Haut? Oh mein Gott! 

Doch gerade die Gesichter, die ein wechselvolles Leben hinter sich haben, die Freud und Leid kennen und deren Mimik nicht durch ein Gift eingefroren wurde, sind die Gesichter, die wirklich interessant sind und uns in Erinnerung bleiben.  

Eine ganz besondere Schönheit fand ich im Schloss Wilhelmsthal in Calden. Trotz ihres hohen Alters hat sie sich ein jugendliches Aussehen bewahrt. 

Die Spuren der Zeit in ihrem Gesicht nehmen ihr nichts von ihrem Charme, sie unterstreichen sie nur.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Abdrücke und Eindrücke

Wer den Weg zwischen dem Zierenberger Rathaus und der Kirche entlang geht, mag auf die Steinplatte stoßen, die recht unauffällig an der Seite im Boden eingelassen ist. Darauf sind Handabdrücke zu sehen sowie die eigenhändige Unterschrift, die der Besitzer offensichtlich ebenfalls in den noch weichen Zement geschrieben hat.

Doch warum befindet sich das hier? War ein berühmter Schauspieler zu Gast und wollte sich hier verewigen, gerade so wie es in Hollywood seit langem Brauch ist? Nutzen Kinder die Gelegenheit, sich am feuchten Zement zu vergehen? Oder ist dies nur eine von vielen Platten, die sich in Zierenberg befinden?

Die kleine Plakette oberhalb der Abdrücke gibt Auskunft über denjenigen, der hier einen Eindruck hinterließ. Es handelte sich dabei um Adam Bräutigam, der im August 1999 mit 100 Jahren der älteste Bürger der Stadt war.

Die Initiative zu dieser Aktion ging von dem Zierenberger Kulturverein „Guck mal“ aus, der damit den bekannten und für sein Alter sehr lebhaften Adam Bräutigam ehren wollte.

Geplant war, noch weitere dieser Abdrücke in Zierenberg zu hinterlassen, wobei dann andere, bekannte Persönlichkeiten der Stadt verewigt werden sollten. Doch leider kam es nicht dazu. Das Projekt wurde nicht weiter verfolgt, der Handabdruck blieb einzigartig.

Adam Bräutigam starb im Alter von 103 Jahren.


Montag, 17. Mai 2010

Global denken - lokal wandern

Viel zu selten halten wir heutzutage inne, um über uns, unsere Umwelt und Umgebung nachzudenken. Das bewusste Beschäftigen mit einer Idee, einem Satz, einer Aussage kommt leider viel zu kurz.

In Grebenstein besteht die Möglichkeit, inzwischen sogar drei Denklehrpfade abzugehen und auf diesen einen Moment inne zu halten.

Der erste Denklehrpfad führt seit 2004 auf den Burgberg hinauf und stellt einen Aufstieg durch 2000 Jahre Philosophiegeschichte dar. Er bietet die Gelegenheit, sich mit den Ideen und Gedanken der Philosophen vertraut zu machen und einen Moment in der Hektik des Alltags innezuhalten.

Wer sich auf den Weg zur Burgruine macht, kommt dabei an 12 beschrifteten Bänken vorbei, die das Werk des Grebensteiner Künstlers Nik Barlo sind. Sie sind mit Inschriften versehen, die Gedanken und Sätze der Philosophen von Heraklit bis Wittgenstein wiedergeben – jede Bank ein Satz, ein Gedanke. 2000 Jahre europäische Philosophiegeschichte zusammengefasst auf 12 steinernen Bänken.
Und einmal stehen sich sogar in einer lauschigen Nische zwei Bänke gegenüber.  Hier laden zwei Philosophen zum Diskurs ein.

Auch wenn hier der Weg das Ziel ist, steht am Ende des Aufstiegs eine einmalige Belohnung: Der Blick von der Burgruine ins märchenhafte Umland.

Denklehrpfad II existiert seit 2007 und wird auch als „der morgenländische Weg“ bezeichnet. 13 Positionen spiegeln den Weg asiatischen Denkens aus drei Jahrtausenden wieder.
Der dritte Denklehrpfad bezeichnet seit 2009 an 13 Stationen einen literarischen Parcours von Homer bis Handke. Hier finden Besucher 13 Sätze über Mensch und Welt aus dem Kanon des Westens.

Mein Artikel erschien im Rahmen der Sonderseiten "Ich lebe gern in Grebenstein" am 30.04.2010 in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen (HNA).



Freitag, 14. Mai 2010

Der Bühl in Ahnatal

Noch ist die Wassertemperatur zum Baden etwas zu niedrig, aber Sonnenhungrige wissen längst, wo man schon jetzt in wunderschöner Umgebung Sonne tanken und in baldiger Zukunft auch schwimmen kann.

Wer mit den offiziellen Badeanstalten nichts anfangen kann, aber dennoch gerne schwimmen geht, wird den Naturbadesee Bühl am Ortsausgang von Ahnatal -Weimar zu schätzen wissen. Das Ufer des kleinen Sees ist von Büschen gesäumt, bietet aber dennoch Platz zum bequemen Liegen und Faullenzen. Eine kleine Liegewiese und Bänke rund um den See laden zum Verweilen ein.

Das Wasser des Bühls bietet mit einer Temperatur von ca. 18 Grad Celsius eine echte Erfrischung an heißen Sommertagen. Es handelt sich dabei um Grundwasser, das ständig in den alten Basalt-Steinbruch einläuft.
Zwei Badestege erleichtern den Einstieg ins Wasser, Mutige wählen den Sprung von der „Totenkopf-Klippe“.

Zu dem Freizeitgelände Bühl gehören ein Campingplatz, eine Blockhütte mit Grillmöglichkeit, eine Minigolfanlage mit Kiosk sowie ein großer Kinderspiel- und ein Sportplatz mit Beach-Volleyball-Anlage. Die Anlage rundherum ist sauber, Toiletten gibt es auch, und die Wasserqualität wird regelmäßig geprüft.

Auch wenn der Bühl kein offizieller Badesee ist, ist Schwimmen dennoch erlaubt. Es gibt allerdings keine Badeaufsicht und das Schwimmen geschieht auf eigene Gefahr.

Der Natursee Bühl darf nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Fischereisportvereins Ahnatal e.V. zum Angeln benutzt werden. Motor- und Segelboote dürfen den Natursee Bühl nicht befahren.Tauchen ist nur mit besonderer Genehmigung der Gemeinde Ahnatal zulässig.Hunde sind hier verboten, aber das dürfte viele eher freuen. Der Weg zum Bühl ist gut ausgeschildert. Ein gebührenfreier Parkplatz bietet Platz für ca. 100 Pkw.


Mein Artikel erschien im Rahmen der Sonderseiten "Ich lebe gern in Ahnatal" am 07.05.2010 in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen (HNA).